Madison vs Temmerman 2. Runde

Seit der Trennung Patrick Temmerman’s vom Madison Jeansvertrieb Ende Mai wechseln sich gegenseitige öffentliche Vorwürfe der Fashion-Manufactur-MD GmbH (Madison Betreiber) und Patrick Temmerman’s ab. Eine aktuell bekannt gewordene Verlautbarung seitens Madison räumt nun doch eine von Temmerman unterzeichnete Vereinbarung ein, nach der die Rückabwicklung von durch Patrick Temmerman und einem Investor in eigener Regie abgenommenen Ware mit der strittigen Markenbezeichnung “Play” geregelt sei.

Demzufolge wäre Patrick Temmerman entgegen früheren Angaben allerdings doch Vertragspartner des Anbieters. Ein Vertrag über Rückabwicklung setzt nämlich auch frühere Vereinbarungen voraus, selbst wenn diese nicht schriftlich fixiert wurden. Nach geltendem Recht sind mündliche Verträge ebenso gültig, wenn auch schwerer nachvollziehbar.

Chronologie

Nach der Ende Mai bekannt gewordenen Trennung Temmerman’s vom Madison Jeansvertrieb erhob zunächst die Fashion-Manufactur-MD GmbH Vorwürfe gegen Temmerman, dieser wäre nie Madison Vertriebspartner gewesen und hätte nie einen Vertrag unterzeichnet. Anschliessend konterte Temmerman mit einer eigenen Darstellung des Sachverhalts und einer Reihe von Vorwürfen gegen Madison und die verantwortliche Geschäftsleitung.

Schliesslich stellte es sich nach Patrick Temmerman so dar, dass dieser gemeinsam mit einem Investor eine von Madison bestellte, aber nicht bezahlte Warenlieferung selbst finanziert hatte, um den lange vorbereiteten Vertrieb endlich in Gang zu bringen, woraufhin die Fashion-Manufactur-MD GmbH den Verkauf dieser Ware durch Temmerman oder einen von ihm aufgebauten Vertrieb verbot, die selbe Ware jedoch parallel anderen Interessenten angeboten haben soll.

Nach neuester Madison-Darstellung soll nun doch ein von Temmerman unterzeichneter Kooperationsvertrag existieren, womit man der früheren Darstellung, Temmerman habe nie einen Vertrag unterschrieben, selbst widerspricht. Allerdings fällt auch ein Widerspruch in Temmerman’s Darstellung auf, der angab, diese Verträge nicht unterzeichnet zu haben, da sie unannehmbar seien. Seltsam auch die Madison-Angabe, keine Jeans hätte ohne vorherige technische Abnahme gepasst und die gesamte Ware wäre “passformtechnisch” unverkäuflich. Wie ein komplettes Kontingent bereits fertig produzierter Ware allein durch “technische Abnahme” (also ohne eine weitere Veränderung der Ware) plötzlich passen kann und warum vorher nicht, scheint äusserst unklar und logisch nicht plausibel.

Eine endgültige und vor allem unmissverständliche Klärung des gesamten Sachverhalts scheint allein durch Angaben der Parteien kaum möglich zu sein und würde sehr wahrscheinlich lediglich ins Land der Spekulationen führen. Die Parteien sollten, statt den Weg über öffentliches Säbelrasseln zu wählen, diese leider etwas verfahren scheinende “Kiste” einvernehmlich auf einen gangbaren Weg bringen. Die Öffentlichkeit ist eh nicht in der Lage, Probleme zu lösen, sehr wohl aber, mit den Köpfen zu schütteln und sich Namen und Zusammenhänge zu merken. Das schadet am Ende meist allen Beteiligten.

© 14.06.2010 Norbert Warnke für mlm-network.biz

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